Der Winzerverein Steigra

Der Winzerverein Steigra e.V. ging 1991 aus der Weinbaugemeinschaft Steigra hervor. Er ist die Vereinigung der Hobbywinzer aus Steigra und Umgebung, die ihre Weinberge in Steigra an den Hängen von Hahnen- und Osterberg haben.

Die Steigraer Weinanbauflächen gehören zum Naturpark "Saale-Unstrut-Triasland", auf denen sich Rebflächen, Trockenrasen, Streuobstwiesen und Trockenwälder abwechseln. An den Hanglagen, wo die Querfurter Platte im Süden zum Unstruttal hin abfällt, wachsen Weine der Sorten Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Weißburgunder, Dornfelder und Portugieser. Die Steigraer Hänge liegen an der nördlichsten Grenze des Gebietes, in dem Weinanbau möglich ist. In Steigra gibt es maximal 1500 bis 1600 Sonnenscheinstunden im Jahr und nur die Südhänge bekommen für den Weinanbau ausreichend davon ab.

Die Gründung der Weinbaugemeinschaft Steigra wurde 1936 vollzogen und liegt damit inzwischen über 75 Jahre zurück. Zeitzeugen gibt es nicht mehr, doch Steigraer Familien, deren Großväter zu den Mitbegründern der Gemeinschaft gehörten, sind heute noch im Winzerverein organisiert. 17 Gründungsmitglieder waren es 1936, die sich damals zusammengetan haben, um zweckmäßiger arbeiten zu können. Sie zäunten gemeinsam die Weinberge ein, beackerten sie zusammen und schafften sich erste Maschinen zusammen an. Für die Bauern war es ein Zubrot, der Wein wurde vor allem im Nebenerwerb angebaut. Bereits 1934 war in Freyburg die Winzervereinigung gegründet worden, zu der noch heute die Steigraer Winzer ihre Trauben zur Verarbeitung und Vermarktung liefern.

Der Winzerverein Steigra gehört mit fast 100 Mitgliedern, die insgesamt 56 Weinberge bewirtschaften, zu den größten Vereinen der Region. Die Mitglieder sind alle Hobby-Winzer und kommen nicht nur aus Steigra. Weinbau wird in Steigra aber auch noch in größerem Maße betrieben und zwar vom Agrarunternehmen Steigra, das schon zu DDR-Zeiten als LPG im Weinbau aktiv war.

In der Öffentlichkeit hat sich der Steigraer Winzerverein vor allem durch seine kulturellen Veranstaltungen einen Namen gemacht. Diese tragen dazu bei, Steigra auch als Weinort bekannt zu machen und haben schon eine sehr lange Tradition. Schon kurz nach dem 2. Weltkrieg wurden Winzerbälle organisiert und erste Weinfeste gefeiert. Weinverkostungen gibt es seit 1967, inzwischen sind es vier Veranstaltungen im Jahr.

Seit 1991 wird das Steigraer Sommerweinfest am jeweils letzten Juni-Wochenende veranstaltet, auf dem alle zwei Jahre die Steigraer Weinprinzessin gekrönt wird. Dann erhalten die Steigraer Winzer höchsten weinhoheitlichen Besuch - zur Amtseinführung zugegen ist die Gebietsweinkönigin von Saale und Unstrut und hat die Weinprinzessinnen der umliegenden Weinbauorte in ihrem Gefolge.

Der Winzerverein Steigra führt aber nicht nur kulturelle Veranstaltungen durch. Satzungsgemäß ist die Hauptaufgabe der Vereinsarbeit die Erzeugung von Qualitätstrauben, die dann in der Freyburger Winzervereinigung zu dem bekannten Saale-Unstrut-Wein gekeltert werden. Zur Unterstützung der Mitglieder organisiert der Vorstand Schulungen der Winzer über Pflanzenschutz und Düngung sowie über den Rebschnitt. Außerdem werden Dünge- und Pflanzenschutzmittel gemeinsam eingekauft.

Um einen wirklich guten Wein zu erzeugen, müssen die Winzer einen großen Teil ihrer freien Zeit im Weinberg verbringen. Unter Winzern sagt man, wer von seinem Weinberg etwas haben will, muß in einem Jahr 17 mal um den Weinstock herumgehen. Die ersten Arbeiten fallen dabei schon im Winter an - das Schneiden der Reben, danach folgen das Anbinden, Düngen, Grubbern. Zum Schutz der Weinstöcke vor den unterschiedlichsten Krankheiten und Schädlingen sind mehrere Spritzungen im Jahr notwendig, um einen guten Ertrag zu sichern.

Wenn es zur Herbstzeit dann auf dem Hahnen- und dem Osterberge in Steigra von Menschen wimmelt, kann das nur die Weinlesezeit sein. Die Steigraer Winzerfamilien zieht es dann zusammen mit ihren Verwandten, Freunden und Bekannten hinaus in die Weinberge, um die Ernte einzubringen. Die vielen fleißigen Helfer sind nötig, da bei den Hobbywinzern die Trauben per Hand gelesen werden, während auf den Weinbergen des Agrarunternehmens modernste Technik Einzug gehalten hat und mit einer Vollerntemaschine die Beeren von den Rebstöcken geholt werden.

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