Weinbau in Steigra - Weinbau mit Tradition

Christentum und Wein stehen schon vom biblischen Wort und Gleichnis her in enger Beziehung. In den Psalmen heißt es, dass der Wein des Menschen Herz erfreut. Doch nicht nur vom biblischen Wort her stehen Christentum und Wein in enger Beziehung, sondern auch vom Anbau her. Fast überall wurden die ersten Weinberge durch die Klöster angelegt. Sie benötigten den Wein besonders für die Abendmahlsfeiern. Da es Vorschrift war, für den Gottesdienst nur unverfälschte, also naturreine Weine zu verwenden, lag der eigene Anbau nahe. Außerdem war dies günstiger, als den Wein von anderswo einzuführen.

So ist der Weinbau auch in Steigra auf die Klöster und Mönche zurückzuführen. Am 9. September des Jahres 1206 weihte der Bischof Konrad von Halberstadt auf Bitte des Abtes Heinrich vom Kloster Reinsdorf viele Kirchen dieser Gegend, darunter war auch Steigra mit seinen Weinbergen. So lange wachsen hier in Steigra schon die Reben.

Anno domini 1207: "Ich, Konrad, Bischof von Halberstadt, bestätige dem Kloster Reinsdorf unter Abt Heinrich nach dem Beispiele seines Vorgängers, des Bischof Reinhart, die Zehnten von drei Weinbergen."
"in monte ante ponte Nebers, et in monte qui vocatur Steigere, et in monte qui vocatur novale Sankt Johannis"
(Auf dem Berge vor der Brücke Nebera und auf dem Berg, welcher Steigere genannt wird und auf dem Berg, der Brachfeld Sankt Johannis heißt.")

In der Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte der Weinbau eine heute kaum noch vorstellbare Ausdehnung - in Thüringen, wozu auch das Saale-Unstrut-Gebiet gehörte, wurde auf ca. 10 000 ha Wein angebaut.

In der Folgezeit ging der Weinbau allerdings immer stärker zurück. Schuld daran war auf der einen Seite die, um diese Zeit erstmals im Gebiet aufgetretene, aus Amerika über Frankreich eingeschleppte Reblaus, die das Wurzelwerk der Rebstöcke zerstörte.

Auf der anderen Seite wirkte sich die ständig zunehmende Konkurrenz durch fremde Weine, besonders die der Frankenweine, ungünstig aus, denn durch die Verbilligung der Transportmittel und der Wegfall der Weinzölle kamen Auslandsweine immer stärker auf den Markt.

Abhilfe gegen die Reblaus brachte erst die Pfropfrebe (Amerikanerrebe) ab 1930. Danach wurde in Steigra ab 1936 stark aufgerebt, gepflanzt wurden vor allem Müller-Thurgau, Silvaner, Gutedel, Weißburgunder und Portugieser. 1936 erfolgte die erstmalige Organisation der Steigraer Winzer in der Weinbaugemeinschaft Steigra. Heute werden von den Hobbywinzern an Steigras Hahnen- und Osterberg ca. 12 ha Weinberge bearbeitet, ebenfalls ca. 12 ha vom Agrarunternehmen Steigra.

Weinbau in Steigra in Geschichtszahlen

 

9. September 1206

Bischof Konrad von Halberstadt weiht die Kirche von Steigra ein, dabei bestätigt er dem Kloster Reinsdorf die Zehnten von 3 Weinbergen

1599

alle Weinbergbesitzer werden in einer Urkunde zu Laucha erwähnt

im 16. Jahrhundert

Thüringen (dazu gehörte das Saale-Unstrut-Gebiet) hat 10000 ha Wein

1820

das Saale-Unstrut-Gebiet hat rund 700 ha Wein

1887

die Reblaus tritt erstmalig in Freyburg auf

1893

das Saale-Unstrut-Gebiet hat 639 ha Wein

1908

das Saale-Unstrut-Gebiet hat 439 ha Wein

1919

das Saale-Unstrut-Gebiet hat 100 ha Wein

1930

man faßt wieder Mut, Neuanpflanzungen mit amerikanischer Unterlage

1934

Ödland im Hahnenberg und im Osterberg wird gerodet, Weinbauinspektor Hoffmann aus Freyburg organisiert das Projekt, Arbeitslose beginnen zu roden

1935

gerodete Flächen werden mit Müller-Thurgau, Silvaner, Gutedel, Weißburgunder und Portugieser-Reben bepflanzt

1936

Organisation der Winzer in der Weinbaugemeinschaft

1947

1. Winzerfest in Steigra

1967

1. Weinverkostung in Steigra, von da an jährlich

1977

1. Weinkönigin von Steigra wird gewählt

1981

775-Jahr-Feier anläßlich des Weinbaus in Steigra

1986

780-Jahr-Feier Weinbau Steigra

1991

1. Weinprinzessin von Steigra gewählt,
Umorganisation der Weinbaugemeinschaft in den eingetragenen Winzerverein

1992

1. Sommerweinfest in Steigra

1996

30 Jahre Weinverkostung,
790 Jahre Weinbau Steigra,
60 Jahre Weinbaugemeinschaft in Steigra

2001

65 Jahre Weinbaugemeinschaft in Steigra

2006

70 Jahre Weinbaugemeinschaft in Steigra

2011

75 Jahre Weinbaugemeinschaft in Steigra

 

 

 

Als besonders erfolgreiche Weinjahre gelten die Jahre 1811, 1812, 1846, 1859, 1874, 1919, 1921, 1976, 1979, 1982, 1983, 1993 und 1995,
währenddessen es 1399, 1400, 1799, 1800 und 1987 keine Weinernte gab.

 

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